
Aus einem 1970 gegründeten Ingenieurbüro ist ein Unternehmen mit über 70 Mitarbeitern entstanden, das den Übergang in die zweite Generation erfolgreich gemeistert hat. Es steht in seiner Branche für technische Innovation.
Die Nerling Systemräume GmbH stellt System- Mess-, Rein- und Sauberräume her. Neben flexiblen Wandelementen im Baukastenprinzip liefert das Unternehmen von der Regelungs- und Steuerungstechnik bis zum Wartungsservice die gesamte Klimatechnik.
Der geschäftsführende Gesellschafter Olaf Nerling, Sohn der Gründer Ralf und Silke Nerling, betont, dass man Komplettlösungen anbiete, die sich ganz individuell an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten würden, und zwar fast völlig mit eigenen Produkten. Die Klimatechnik sei eine der Kernkompetenzen des Unternehmens. Gründer Ralf Nerling: „Die Wände sind eigentlich nur noch die Verpackung für die Funktionen. Im Vordergrund steht für uns die Überlegung, was tun die Menschen in diesen Räumen und welche Bedingungen braucht die Maschine. Nur wenn beide ein optimales Umfeld vorfinden, werden die besten Ergebnisse erzielt. Und genau das möchten wir für unsere Kunden erreichen. Das bedeutet für Unternehmen und Mitarbeiter ständige Weiterentwicklung.“
![]() Messraum mit Schiebedach und Schiebetor |
Anspruchsvolle Kunden aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Medizintechnik beweisen die Kompetenz des Unternehmens und seiner Mitarbeiter, die dazu ermuntert werden, eigene Wege bei der Problemlösung zu gehen. Zu diesem Zweck gibt es eine voll ausgestattete Experimentier-Werkstatt, in der jeder Mitarbeiter neue Ideen in der Praxis ausprobieren kann.
![]() Das Nerling-Team |
Für Ralf und Olaf Nerling steht der Mensch im Mittelpunkt ihres Wirkens. Das bezieht sich auf Kunden und Lieferanten ebenso wie auf die eigenen Mitarbeiter. Olaf Nerling: „Wir wünschen uns, dass Geschäftspartner und Mitarbeiter gleichermaßen ihre Vorstellungen und Anregungen einbringen.“ Dabei setzt der Geschäftsführer auf EKS (Engpasskonzentrierte Strategie nach Mewes) und Transparenz. „Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen und sind nicht nur bestrebt, Produkte zu verkaufen, sondern Lösungen, die unseren Kunden effektiveres Arbeiten und größeren Erfolg ermöglichen. Unsere Mitarbeiter arbeiten eigenverantwortlich und werden in ihrer Weiterentwicklung unterstützt.“ In monatlichen Versammlungen informiert die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die finanzielle Entwicklung des Unternehmens, über die Auftragslage und diskutiert anstehende Probleme. „Dadurch konnten wir zum Beispiel in der Krise flexibel reagieren und auf die Unterstützung der Mitarbeiter vertrauen“, sagt der Geschäftsführer.
![]() Reinraum für Medizintechnik |
Der Mensch steht auch bei den Produkten der Firma im Mittelpunkt, denn: „In Räumen arbeiten Menschen. Sie können ihre Aufgaben nur optimal erfüllen, wenn ihnen die Räume dafür das passende Umfeld bieten“, so Olaf Nerling. „Zugluft oder zu niedere Temperaturen machen Menschen krank. Sind die Räume zu warm oder schlecht belüftet, fühlen sie sich ebenfalls unwohl. Gleichzeitig müssen die Räume so beschaffen sein, dass auch für die Maschinen darin die besten Bedingungen herrschen. Mit unserer Kompetenz in der Klimatechnik und einem hohen Qualitätsstandard sorgen wir dafür, dass alles stimmt und zusammenpasst.“
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Die Verpflichtung zur Berücksichtigung ökologischer Belange wird durch einen Baum ausgedrückt. Strommasten symbolisieren die Verpflichtung zur Kommunikation, zum Abbau von Missstimmungen und zum verantwortungsvollen Umgang mit Macht.
![]() Hauptwerk Renningen |
Der 41-jährige Olaf Nerling hat die Firma 2001 von seinem Vater Ralf übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war er schon vier Jahre im Außendienst für das Unternehmen tätig. Zu einem Bruch hat der Übergang vom Vater auf den Sohn nicht geführt, denn beide sind Anhänger derselben Philosophie. „Man muss fehlerbereit sein, wenn man anderen Verantwortung überträgt und Misserfolge zulassen, denn nur daran reift man“, sind beide überzeugt. Für beide liegt außerdem der Schwerpunkt in der Firma eher auf „machen“ als auf zögern. Ralf Nerling hat sich, obwohl noch Minderheitsgesellschafter, weitgehend aus der Firma zurückgezogen und betreibt mittlerweile eine Werbeagentur. Als Ratgeber und Sparringspartner für den Sohn steht er jedoch jederzeit zur Verfügung. „Ich schätze den Rat meines Vaters“, sagt Olaf Nerling. „Wenn ich einen Rat brauche oder eine andere Sichtweise, kann ich stets auf ihn vertrauen. Auch bei finanziellen Entscheidungen ziehe ich ihn zu Rate.“ Außerdem behält Ralf Nerling – „ich habe mehr Zeit“ – die Entwicklungen in der Branche, in der Technik, im gesellschaftlichen und politischen Umfeld im Auge. „Wir müssen vorausschauen und künftige Entwicklungen rechtzeitig erkennen, damit wir die ersten sind, die sich kümmern“, sagt er.
Olaf und Ralf Nerling fühlen sich wie viele Familienunternehmer auch der Gesellschaft verpflichtet, ganz besonders der Jugend. Das drückt sich zum einen in der Unterstützung örtlicher Vereine aus, aber auch ganz praktisch. Die Schüler der jeweils neunten Klassen einer benachbarten Realschule werden jedes Jahr für einen Nachmittag in das Unternehmen eingeladen. Ralf Nerling gibt ihnen in diesen Stunden einen Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge und in das Unternehmen. „Ich spreche mit den Jugendlichen außerdem über ihre Bewerbungen und erkläre ihnen, worauf es aus Unternehmersicht ankommt. Ich biete ihnen auch an, ihre Bewerbungen anzuschauen.“
Der Senior ist besorgt darüber, dass vielen Jugendlichen schon im Kindesalter der Zugang zu einer erfolgreichen Entwicklung verbaut wird: „Ich bin für kostenlose Kindergärten, denn die sie sind für viele Kinder die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Chance zu erhalten.“
